www.protektionismus.de

Tabuthema Protektionismus
von Manfred Julius Müller

Die Medien verstehen sich als Hüter der öffentlichen Meinung. Da darf das Wort „Protektionismus", wenn überhaupt, nur im negativen Sinne Verwendung finden. Eine objektive Diskussion über ein gewisses Maß an Schutz vor Dumpingimporten ist nicht angesagt. Wer es dennoch wagt, das Wort Protektionismus unverkrampft auszusprechen, wird umgehend zum Ewig-Gestrigen abgestempelt.

Mit der völlig überzogenen Panikmache soll von vornherein die Möglichkeit eines angemessenen Selbstschutzes unserer Volkswirtschaft ausgeschlossen werden. Es wird so getan, als bedeute Protektionismus die totale Abschottung und die völlige Isolation eines Landes - einen Rückfall in das Mittelalter.

Dabei wird verschwiegen, dass es sehr wohl auch anders geht und ging. Niemand hat der Bundesrepublik Deutschland zu Zeiten ihres Wirtschaftswunders einen Protektionismus vorgeworfen, dennoch war sie damals noch ein souveräner Staat mit einer eigenen Währung und angemessenen Zollgrenzen.
Damals machte eine Auslagerung der Fabrikation ins Ausland wenig Sinn, weil sich Importe bei der Einfuhr verteuerten. Die Zölle/Importsteuern konnten nicht nur das weltweite Lohngefälle ausgleichen, sie verhinderten auch eine Erpressung des Staates durch die Konzerne.

Heute müssen Konzerne umworben und begünstigt werden (hohe Subventionen und Steuererlasse), andernfalls droht die Produktionsverlagerung ins Ausland. Die Freunde des totalen Freihandels und der Globalisierung sollten doch wissen, dass derartig erpresste Huldigungen an die Konzerne ebenfalls purer Protektionismus sind. Sie sind keineswegs anständiger als ehrliche Zölle.
Der verdeckte Protektionsmus (Subventionen) ist aber wesentlich ineffektiver - er verzerrt die Marktwirtschaft und verschafft den Konzernen paradiesische Zustände, nämlich grenzenlose Macht und übermäßigen politischen Einfluss.

 

Protektionismus - das verlogenste Kapitel der Welt!
Kaum auf einem anderen Gebiet gibt es so viel Trickserei, Verlogenheit und Scheinheiligkeit wie beim Tabuthema Protektionismus. Dies ist auch kein Wunder, denn kein anderes Regulierungsinstrument hat einen derart durchgreifenden Einfluss auf den Aufstieg oder Niedergang der Nationen.

Manche Länder schützen ihre Wirtschaft über eine völlig unterbewertete Währung (Währungsdumping), andere wiederum durch nationalistische Klüngelwirtschaft, juristische Spitzfindigkeiten, Einheitsgewerkschaften, fehlende Arbeitsschutzmaßnahmen, Öko- und Sozialdumping, Exportzuschüsse, Investitionssubventionen, Lohnsubventionen, Dumpingsteuern, kaum verfolgter Produktpiraterie, selten geahndete Patentverletzungen, niedrige Lebenshaltungskosten über subventionierte Mieten und Nahrungsmittel.

Überall wird geschummelt und betrogen und der faire Wettbewerb unterlaufen, kaum ein außenstehender Experte kann das alles durchschauen. Die Ehrlichen und Blauäugigen sind auf jedem Fall die Dummen.
Wir leben in einer Welt des heimlichen Protektionismus in der alles erlaubt ist, was die Position des Kapitals stärkt. Allein der offene und ehrliche Zoll-Protektionismus wird vehement verdammt und geschmäht - denn er bildet die absolute Schwachstelle des Kapitals
(mehr dazu).

 

Auch Deutschland betreibt Protektionismus!
Ehrlicherweise sollte man eingestehen, dass auch Deutschland ohne indirekten Protektionismus nicht auskommt. Denn auch hier fließen reichlich Subventionen, um die Diskrepanz zu den günstigeren Standortbedingungen anderer Ländern ein wenig abzumildern.

Aber ein Subventions-Protektionismus kommt nun einmal ungleich teurer als ein simpler, altbewährter Zoll-Protektionismus - und er ist weit weniger wirksam. Vor allem aber sorgt der Subventions-Protektionismus für eine Umkehr der Kräfteverhältnisse: Er stärkt das Kapital und schwächt den Faktor Arbeit. Aber das ist ja auch genau das, was die Mächtigen dieser Welt bezwecken.

 

"Aber wir sind doch Exportweltmeister!"
Das Argument ist wirklich Asbach uralt, aber es zieht immer noch: Auch heute wird gebetsmühlenartig darauf verwiesen, dass Deutschland als Exportnation doch vom weltweiten Freihandel ganz besonders profitiert und deshalb über den rasanten Zollabbau nur froh seine kann. Was ich davon halte, können Sie hier nachlesen.

 

Nachtrag 2012:
Inzwischen ist Deutschland kein Exportweltmeister mehr, sondern auf Platz 3 abgerutscht. China hat längst in vielerlei Hinsicht das Kommando übernommen und ist auch beim Export mit großem Abstand führend.
Dennoch erlaubt sich der Exportweltmeister China (man höre und staune) zum Beispiel bei Pkw Einfuhrzölle von 40 %! Und führt dies bei der Konkurrenz nun zu Gegenmaßnahmen? Nein! Es wird nicht einmal darüber diskutiert! Weil die westlichen Global Player mit den ihnen ergebenen Regierungen keine Abkehr vom Freihandel (vom globalem Dumpingwettbewerb) wünschen.

Wer in China investieren will, muss sich oft mit chinesischen Partnern herumschlagen und einem Technologietransfer zustimmen, während chinesische Konzerne gerade dabei sind, im Ausland die Marktführer der Autozulieferindustrie aufzukaufen.
Im Lkw-Bereich hat der Verdrängungswettbewerb bereits eingesetzt - die chinesischen Billiganbieter erringen immer höhere Marktanteile. Im Pkw-Bereich wird China vermutlich auch eines Tages eine Großoffensive auf den westlichen Märkten starten.

Wie solche Dumpingwettbewerbe auszugehen pflegen, erlebt gerade die Solarbranche. Auch hier war Deutschland noch vor kurzem Marktführer und innerhalb eines Jahres rutscht eine bedeutende Firma nach der anderen in die Insolvenz.
Gewinner sind wieder einmal die chinesischen Konkurrenten, die mit aufgekauftem Know-how und billigen Löhnen ihre Mitbewerber in die Knie zwingen. China unterstützt seine Solarindustrie über staatliche Subventionen - während Deutschland nicht die Produktion (das ist ihr offensichtlich zu protektionistisch), sondern die Stromeinspeisung fördert. So profitieren dann die chinesischen Hersteller auch noch von der uneigennützigen (naiven) deutschen Subventionspolitik.

 

Auf den Geschmack gekommen?
Vielleicht sind auch Sie interessiert, die Hintergründe der kapitalistischen Machenschaften und Fehlentwicklungen näher kennenzulernen. Denn es ist ja keineswegs so, dass die Politik machtlos wäre und den Kurs nicht ändern könnte. In einer aufgeklärten Gesellschaft, in der die weltwirtschaftlichen Zusammenhänge zunehmend begriffen werden, könnte eine Politik gegen das Volk dauerhaft nicht betrieben werden.

Ich bin mir recht sicher, dass mein Buch "DAS KAPITAL und die Globalisierung" Wesentliches zum Verständnis und zur Aufklärung beitragen kann und die richtigen Lösungskonzepte bietet.
Dabei setze ich wohlweislich nicht auf linksextreme, utopische Träumereien und Wunschvorstellungen, die leider viel zu oft zur Verwirrung beitragen und damit den sozialen Fortschritt sabotieren. Ich bin durch und durch Realist - aber kein Gegner des Kapitalismus, sondern ein marktwirtschaftlich orientierter Reformer.

 

Hintergrund:

Ist die Globalisierung Basis unseres Wohlstandes?
Und leben wir auf Kosten der anderen?

Globalisierung: "Das kann man bei uns ja nicht mehr produzieren!"
Müssen Schuhe, Textilien, Computer, Handys usw. unbedingt in Lohndumpingländern hergestellt werden?

"Deutschland profitiert..." Die dreisten Parolen der Demagogen.

 

Impressum

 © Manfred Julius Müller, Flensburg, Urtext 2004, Nachtrag 2012

Startseite www.protektionismus.de mit Menueleiste

 


Ab sofort im Buchhandel lieferbar (auch in den USA):


2. Auflage

"Meckern kann jeder - wenn es jedoch um einleuchtende Schlussfolgerungen und realisierbare Gesamtkonzepte geht, verstummen die meisten Kritiker!"

Weitere Infos zum Buch

Die Welt ist anders, als uns vorgegaukelt wird!
Die Menschheit wird systematisch verdummt! Globalisierung und EU funktionieren nicht so, wie man uns einzureden versucht. Deshalb erleben wir seit über 30 Jahren einen beispiellosen Reallohnabstieg trotz stetig steigender Produktivität.

Die Dominanz der Konzerne, der ewige Monopolisierungstrend, die unselige Steuerflucht, die Abhängigkeit vom spekulativen Weltfinanzsystem und Turbokapitalismus ließen sich mit wenigen Eingriffen beenden - man muss es nur wollen. Es bedarf nicht einmal utopischer Wunschvorstellungen (internationaler Abkommen), wie manch prominente Ökonomen sie immer wieder scheinheilig anmahnen - jeder souveräne Staat kann autark handeln!

DAS KAPITAL und die Globalisierung
Plädoyer für die Entmachtung des Kapitals und die Rückbesinnung zur Marktwirtschaft.

Autor Manfred Julius Müller, 172 Seiten, Format 17x22 cm, ISBN 978-3837046229,
13,50 Euro

Bestellung über www.amazon.de, www.buchhandel.de, www.ebook.de, www.thalia.de, www.hugendubel.de, www.buecher.de
Auch im stationären Buchhandel erhältlich (muss dort aber oft erst bestellt werden).

Was macht es für einen Sinn, den wirklich relevanten Fragen ständig auszuweichen ?

Manfred Julius Müller analysiert seit über 30 Jahren weltwirtschaftliche Abläufe. Er ist Autor verschiedener Bücher zu den Themenkomplexen Globalisierung, Kapitalismus und Politik. Manche Texte von Manfred Julius Müller fanden auch Einzug in Schulbücher oder werden zur Lehrerausbildung herangezogen.

Tauchen Sie ein in die Welt von morgen!
Was wäre so schlimm daran, den gesamten Welthandel Schritt für Schritt auf Fairtrade-Produkte umzustellen? Diese und 34 weitere bahnbrechende Maßnahmen würde den Kapitalismus revolutionieren und den Wohlstand in der Welt vervielfachen. Setzen Sie sich schon heute mit den Dingen auseinander, die in den nächsten Jahren zur Entscheidung stehen!

Only Fairtrade
Die kapitalistische Reformation! 35 Thesen für eine gerechtere Welt! Taschenbuch von Manfred J. Müller, Verkaufspreis 5,- Euro
weitere Infos